Programmieren – eine Leidenschaft, die sich schnell entwickelt!

Sieht man mal von den ersten revolutionären und streng mathematischen Bemühungen ab, Maschinen zu programmieren, fängt die Geschichte der Programmierung eigentlich erst nach dem Zweiten Weltkrieg an. Seitdem hat sich das Programmieren genau wie die Welt der Computer und elektronischen Steuerungen mit Riesenschritten entwickelt. Doch wie kam es dazu – war erst die Henne da oder erst das Ei?

Schon im Zeitalter der Manufakturen, im 18. und beginnenden 19. Jahrhundert waren Mathematiker und Ingenieure von dem Wusch besessen, Maschinen zu konstruieren, die nach einem Programmablauf verschiedene Aufgaben nacheinander erfüllen konnten. Auch mechanische Maschinen arbeiten ja nach Programm, nach einer kausalen Kette. Diese lässt sich jedoch nur ändern, wenn die Maschine umgebaut wird. Erst mit der Entwicklung von Steuerungen waren Maschinen möglich, die ohne Umbau im Rahmen ihrer Fähigkeiten unterschiedliche Aufgaben erfüllen konnten. In der ersten Hälfte der noch jungen Computergeschichte war das Erfinden neuer Programme und Programmstrukturen von der Entwicklung der Hardware getrieben. Mit dieser Entwicklung und dem Vordringen elektronischer Steuerungen und Datenverarbeitung in immer komplexere Anforderungen war auch Schluss mit dem einfachen Programmieren.

Vorbereitet von den Pionieren und hellsten Köpfen der Informatik, dankbar aufgenommen und schnell weiter entwickelt von den Computer-Begeisterten der Commodore- und Atari-Generation, nahm das Programmieren in der Dritten Generation der Programmiersprachen im Galopp eine Hürde nach der anderen und baute neue auf. Die Zahl der Programmiersprachen wuchs, neue Programmierparadigmen kamen ins Spiel, das Internet nahm die Bedeutung an, die ihm viele nicht zugetraut hätten und … schließlich teilten sich die Programmierer in ganz unterschiedliche Völker:

  • Die Informatiker und Intellektuellen
    Für sie war lange Zeit der Griff in die Tasten eine Aufgabe fürs niedere Volk der Programmierer, ein Rückschritt in die Steinzeit. Sie beschäftigen sich mit Sprachentwicklung, Analyse, Planung etc.
  • Die Maschinenprogrammierer
    Sie programmieren nach wie vor auch an der Wurzel, entwickeln maschinennahe Steuerungen, Übersetzungsprogramme, Entwicklungsumgebungen etc.
  • Die Anwendungsprogrammierer
    Sie arbeiten anwendernah, programmieren die Softwaretools, die den normalen Nutzer zum Ergebnis bringen. In ihrer Programmierung sind sie selber Anwender der vorbereiteten Codes in den Entwicklungsumgebungen.
  • Die Multimedia-Programmierer
    Die Visualisten unter den Programmierern. Für sie zählt der Effekt. Sie programmieren Software-Anwendungen im grafischen und auditiven Bereich, Filme und Animationen. Sie entwickeln virtuelle Charaktere, dialogartige, intelligente Interaktivität, Besuchererkennung und schreiben Autorensysteme. Daneben vereinfachen sie die Mensch-Maschine-Kommunikation, z. B. über Personen- und Spracherkennung. Sie spezialisieren sich auf Medizin- oder Medientechnik, für die Automobilindustrie oder Unterhaltungsbranche.

Die Welt der Programmierer ist vielfältiger und komplizierter geworden. Denn innerhalb der Völker gibt es soziale Gruppen, die einander fast schon ausschließen. Sie definieren sich über Vorliebe zu oder Ablehnung von bestimmten Programmiersprachen.

Die meisten Programmierer arbeiten heute als Anwendungsprogrammierer für PC Systeme auf der Basis von Windows.

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Was zeichnet gute Programmierung aus?

Gut programmiert ist eine Software, wenn die Funktionen, die eine Entwicklungsumgebung zur Verfügung stellt, möglichst effizient genutzt werden. Bibliotheken und der Quellcode sollten übersichtlich und einfach zu warten sein. Das heißt, ein guter Programmierer schafft selbsterklärende Strukturen und fügt, wenn notwendig, Kommentare hinzu. Es gilt, redundante (sich wiederholende) Anweisungen und Daten zu vermeiden. Schlecht ist es, wenn Programmierer ein Gestrüpp an Strukturen und Modulen schaffen, an dem bei jedem Versionswechsel nacharbeitende Programmierer scheitern müssen.

Es ist heute nicht Aufgabe, die letzte Nanosekunde herauszukitzeln und kryptischen, aber schnellen Code zu schreiben. Gute Programmierer schreiben sauberen, leicht lesbaren und wartbaren Code. Sie erkennen die echten Anforderungen an das Programm: Das es das tut, was verlangt wird, in der zur Verfügung stehenden Zeit und zu dem gewünschten Preis.

Ada Lovelace

Die Mutter der Programmierer. Sie übersetzte 1843 die durch den italienischen Mathematiker Luigi Menebrea notierte Beschreibung der „Analytical Engine“ von Charles Babbage ins Englische. Ihre eigentliche Leistung dabei war, dass sie nicht nur übersetzte, sondern eigene Überlegungen zum Bau der geplanten mechanischen Rechenmaschine hinzufügte. Sie legte dem britischen Parlament einen genauen Plan vor, wie mit der Maschine Bernulli-Zahlen zu berechnen seien. Das brachte ihr den Ruhm ein, das erste Computerprogramm geschrieben zu haben. Die Rechenmaschine allerdings wurde nie gebaut, denn die Parlamentarier verstanden wohl die Dimension nicht – sie verweigerten die Gelder zur Entwicklung.

Ada King Byron, Countess of Lovelace – so ihr korrekter Name – wurde 1815 als Tochter des berühmten Dichters Lord Byron geboren. Sie lernte ihn nie kennen, da sich ihre Mutter, eine mathematisch und naturwissenschaftlich interessierte Frau, kurz nach der Geburt von Lord Byron trennte. Ada Lovelace heiratete mit 19 Jahren Baron King. Er war ihr bei der Beschaffung von Artikeln und Fachbüchern nützlich, denn Frauen war damals noch der Zutritt zu Bibliotheken und wissenschaftlichen Einrichtungen verwehrt. Ada bekam drei Kinder und beschwerte sich immer wieder, dass ihr durch die Kinderbetreuung zu wenig Zeit für die Mathematik und die Musik bliebe. Um sich für das durchaus langweilige häusliche Leben zu entschädigen, stürzte sich Ada in Gesellschaftsleben und hatte zahlreiche Affären. Die letzten Jahre ihres Lebens verbrachte sie aufgrund einer Krebserkrankung im Bett und starb im Alter von nur 36 Jahren.

Nach Ada Lovelace ist die Programmiersprache „Ada“ benannt.