Programmieren – was gehört dazu?

In den Anfangszeiten des „Computerzeitalters“ war Programmieren eine eher intuitive Kunst, die bei vielen hoch angesehen war. Der Beruf Programmierer hatte einen entsprechend hohen Stellenwert. Und das auf den „Dosen“ (DOS-Rechner) zu betrachtende Ergebnis war jedes Mal ein kleines Wunder. Dann wurden die Softwaresysteme immer größer und komplexer. Insofern wurden die vorbereitenden Arbeiten zu einem Projekt wichtiger – das Programmieren schien nur noch eine niedere ausführende Tätigkeit zu sein. Die eigentliche Programmierung wurde fast sekundär. Jetzt setzt ein Umdenken ein. Denn jede Software funktioniert eben doch erst durch die Programmierung, nicht allein durch Planung. Und wenn sich hochtrabende Diplom-Informatiker und Software-Ingenieure um die Planung kümmern und danach lustlose, unmotivierte, klein gehaltene Programmierer in die Tastatur greifen, dann wird das nichts. So führt man inzwischen wieder stärker alle Teile der Programmierung zusammen.

Und das gehört dazu:

  • Planung und Analyse
  • Spezifikation und Entwurf
  • Programmierung
  • Validierung und Verifikation

Programmieren – wie geht das?

Das eigentliche Programmieren besteht aus der klugen Anwendung von Anweisungen für die Maschine „Computer“. Diese Anweisungen sind heute schon so ausgeklügelt, dass sie in festgelegten Sprachen eingegeben werden. Jene Sprachen muss ein/e Programmierer/in lernen. Das ist wie Vokabeln und Grammatik lernen in jeder Fremdsprache. Es hat nur den unbestreitbaren Vorteil, dass die Anweisungen eindeutig sind. So genannte „Teekesselchen“, Mehrfachbedeutungen und situationsabhängige Bedeutungswechsel gibt es in Programmiersprachen zum Glück nicht.

Natürlich versteht die Maschine keine Sprache. Damit vom Entwickler geschriebene Programme dennoch funktionieren, wird die Sprache automatisch in einen Code aus Wechsel von Spannungszuständen für die Maschine übersetzt. Klingt ein wenig komisch, ist aber die entscheidende Revolution in den Programmiersprachen. Sie sorgt dafür, dass Sie als Programmierer/in heute keine Rücksicht mehr darauf nehmen müssen, was der Computer versteht. Solange Sie sich in den Grenzen Ihrer Programmiersprache bewegen. Aber wozu und für wen werden Sie eigentlich programmieren?

Programmieren für Anwender zu Hause

Computer und programmgesteuerte Anwendungen breiten sich mit enormer Geschwindigkeit in unserem Alltag aus. War vor 15 Jahren ein Computer zu Hause noch eher die Ausnahme als die Regel, so haben heute weit über zwei Drittel der deutschen Haushalte Zugang zu einem Computer. Nicht nur Jugendliche und junge Erwachsene nutzen ihn, auch Kinder lernen spielerisch schon früh den Umgang mit PC und Laptop. Und die Anzahl der Senioren mit Computererfahrung befindet sich im Steigflug. Millionen von Anwendern erwarten viel von ihrem Computer und werden in ihren Erwartungen regelmäßig enttäuscht. Die Leiden nichtprofessioneller Nutzer sind unermesslich: Programme mit zu vielen Funktionalitäten, keine nutzerfreundliche Führung, zu wenig Unterstützung bei Nutzerfehlern. Millionen Computernutzer verzweifeln regelmäßig. Den wohl komischsten musikalischen Ausdruck dieser Verzweiflung kann man in dem grandiosen Chanson von Pigor: "Nieder mit IT" nachhören.

Dazu kommt: Der riesige Bereich der Multimedia-Unterhaltung, der PC-Spiele, Bildbearbeitung und Homevideos verlangt nach besseren und ständig neuen Programmen. Hauselektronik und Vernetzung im Haus benötigen anwenderorientierte Steuerungen. Anwender mit sprachlichen, motorischen oder akustischen Barrieren sollen ungehindert Zugang zur Computerwelt erhalten und dadurch ihre Lebenslage verbessern. Für fast jedes Hobby werden Computerprogramme erwartet. Selbst kontrollierte Ernährung, Gesundheitsvorsorge jenseits ärztlicher Überwachung sind nur ein paar weitere Themen, für die in Zukunft mehr Anwendungen auf dem Home-PC gebraucht werden.

Programmieren für die Wirtschaft

Die Leiden des ungeübten PC-Nutzers sind auch in Deutschlands Betrieben nicht gänzlich unbekannt. Zwar ist es an jedem Arbeitsplatz im Büro heute unerlässlich, zumindest das Office-Paket von Microsoft zu beherrschen. Doch sobald es in die Feinstruktur der Programme geht, sobald betriebliche Anforderungen an Datenverarbeitung und -ausgabe steigen, macht manche/r Mitarbeiter/in schlapp. Das ist nur zu verständlich, denn Arbeitsplätze werden in der Regel nicht geschaffen, damit sich Mitarbeiter/innen stundenlang um die Leistung von Computerprogrammen bemühen. Zeit ist in unserer von Restrukturierung und Job-Enrichment gekennzeichneten Arbeitswelt zu einem ganz entscheidenden Faktor geworden.

Da ist es selbstverständlich, dass fachkundige Mitarbeiter/innen mit Zusatzqualifizierung im Programmieren oder Vollzeit-Programmierer/innen gesucht werden. Netzwerkspezialisten, die Systemadministratoren, eignen sich selten für diese Aufgabenbereiche. Es entstehen also vollkommen neue Arbeitsplätze. Im Office-Bereich, aber auch in Produktivabteilungen, in denen CAD-, CNC- und viele weitere Anwendungen feinjustiert oder geändert werden müssen und deren Einbindung in das Gesamtnetz betrieblicher Datenströme wichtiger wird.

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